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Das Bonner Münster sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter für einen neuen Dienst in der Basilika: den Gäste-Präsenzdienst.
"Wir benötigen dringend Menschen, die mit offenen Augen, Ohren und Herzen im
Münster präsent sind.“, sagte Münsterpfarrer und Stadtdechant Msgr. Wilfried
Schumacher.
Fünf Jahre hatten "1-Euro-Kräfte" die Aufsicht in dem Gotteshaus
versehen, das als viel besuchte Kirche nicht nur Beter und Gottesdienstbesucher
anzieht. Auch Touristen, kunsthistorisch Interessierte und Passanten zählen zu
den Gästen genauso wie jene Zeitgenossen, die andere beim Beten stören oder
ihnen die Geldbörse stehlen, die aus Jux Cola in das Weihwasserbecken schütten,
mit Drogen handeln oder konsumieren. Nachdem die Bundesanstalt für Arbeit nun
die Mittel für die Arbeitsmaßnahmen gekürzt hat, musste dieser Dienst (wie viele
andere in Bonn) zum 31.12.2010 eingestellt werden.
Für den Münsterpfarrer, der erst kurz vor Weihnachten davon
erfuhr, ist Eile geboten: "Wir müssen schnell einen neuen Dienst aufbauen, denn
das Münster darf nicht ohne Aufsicht sein, die Touristengruppen müssen gesteuert
werden und Störer ermahnt werden." Aber nicht nur das: man sucht
Mitarbeiter/innen, die auch Auskünfte über das Gebäude und die Liturgie geben
können, und Postkarten und Kirchenführer verkaufen. Menschen, die ein kurzes
Gespräch suchen, sollen ebenso Ansprechpartner finden, wie andere, die eine
Unterstützung beim Gebet suchen. Für Msgr. Schumacher ein anspruchsvolles Profil
für den neuen Gäste-Präsenzdienst: "Ich hoffe, dass viele Bonner und
Bonnerinnen, denen das Münster etwas bedeutet, bereit sind, sich für das Münster
in dieser Weise zu engagieren!"
Niemand muss unvorbereitet seinen Dienst beginnen. Eine fundierte
Ausbildung sowie regelmäßige Fortbildung dürfen diejenigen erwarten, die bereit
sind drei Stunden Zeit pro Woche zu investieren. Der neue Dienst soll am 1.
April 2011 starten. Bis dahin ist das Münster stundenweise ohne Aufsicht, denn
die Cassius-Bruderschaft, die schon seit über 25 Jahren tätig ist, kann nur
einige Stunden am Tag versorgen. Der Münsterpfarrer verhehlt nicht, dass ihm die
neue Situation Sorgen macht: " Wir hoffen, dass wir dies für eine Übergangszeit
so machen können. Ansonsten droht dem Münster die stundenweise Schließung."
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