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02.10.2011 | Stadtdekanat
Wohltuend und bereichernd
Momente der Stille im Festtagstrubel: Positive Resonanz auf kirchliche Angebote
Die beiden christlichen Kirchen, Caritas und Diakonie hatten mit ihrer Ankündigung, „Oasen der Ruhe“ anbieten zu wollen, nicht zu viel versprochen – wer über die Brüdergasse in den Garten von St. Remigius, über die Adenaueralle in den Innenhof des Albertinums und von der Rathausgasse zur Schloßkirche kam, fand in zentraler Lage und doch abseits des Festtrubels Gelegenheit zu einem echten Perspektivwechsel.
Als „wohltuend und bereichernd“ empfand dies auch Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der sich für einen Besuch des Collegium Albertinums am Sonntag viel Zeit nahm. „Besonders für Familien mit Kindern bietet sich hier eine tolle Atmosphäre“, würdigte Superintendent Eckart Wüster (Evangelische Kirche) bei einem gemeinsamen Rundgang mit Stadtdechant Monsignore Wilfried Schumacher die Aktionen der Kirche, „wir sind nicht immer auf den ersten Blick zu finden, aber wir werden wahrgenommen, und es ist gut und wichtig, dass die Kirchen eine etwas stillere Alternative zum Festtagstrubel bietet“. Msgr. Schumacher freute sich insbesondere über das starke Engagement der ehrenamtlichen Helfer, ohne die es das Angebot der Kirchen so nicht gegeben hätte: „So viele sind im Einsatz, damit andere feiern können“, meinte Schumacher.
„15 kostbare Minuten“ und mehr Das kirchliche „Engagement für die Eine Welt“ etwa dokumentierten die Ausstellungen rund um St. Remigius – ganz privat und in Begleitung seiner Familie hatte sich Bundespräsident Christian Wulff dort schon am Samstag kurz informiert; etwas mehr Zeit ließ sich NRW-Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg, der die Ausstellungen über Mutter Theresa, Kinderarbeit in der 3. Welt und aus Kriegswaffen hergestellte Möbel zusammen mit Bonns früherem Oberbürgermeister Dr. Hans Daniels besuchte. Mehr als nur „15 kostbare Minuten“ opferten viele Besucher für Musikkonzerte und Gebet bei der stündlich angebotenen Tagzeitliturgie; Gottesdienste und Andachten in den christlichen Kirchen waren überdurchschnittlich besucht.
Die Welt aus Kinderaugen Auf dem Vorplatz der Schlosskirche zwischen Marktplatz und Koblenzer Tor präsentierten sich die Wohlfahrtsverbände Diakonie und Caritas mit einem Stand zum Thema freiwillige Arbeit und zeigte der Familienfonds Robin Good alle zwei Stunden ein tolles Puppentheater kleine Gäste. Interessant für „Große“: Nicht nur Superintendent Wüster, auch Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, der Rektor der Universität Bonn, nahm Platz auf den Möbeln der Familienbildungsstätte im XXL-Format, um die Welt einmal aus Kinderaugen zu betrachten.
Himmelsleitern für Kinderrechte Wie „Kleine“ die Welt sehen, stand auch vor dem Albertinum im Blickpunkt: Die von Kindern und Jugendlichen gebauten „Himmelsleitern“ der Caritas brachten phantasievoll zum Ausdruck, was Kinder als ihr Recht wahrnehmen und Politikern im Dialog näherbringen möchten: das Recht auf Zuneigung, Kleidung, ein schönes Zuhause, eine liebevolle Familie und gewaltfreies Aufwachsen, aber auch Natur und Spaß in der Schule, gehörten zu den auf den Leitersprossen geäußerten Wünschen – denen OB Nimptsch mit seiner Unterschrift Nachdruck verlieh.
Freundschaftanfrage von Gott Nur wenige Schritte neben der Adenauerallee ein Angebot nicht nur an junge Christen: „Ich und ich“, „Ich und Du“, „Ich und wir“, „Gott und ich“ waren die Stationen des geistlichen Parcours im Collegium Albertinum überschrieben, die zum Nachdenken über eigene Lebensräume und -träume einluden. Die eigene Person am Beispiel von Fingerabdrücken als etwas Einzigartiges begreifen, eine Streichholzschachtel mit Wünschen füllen und in die ideale „Beziehungskiste“ ummünzen oder eine von Gott über Facebook gepostete Freundschaftsanfrage beantworten – darauf konnten sich auch Politiker wie Karl-Joseph Laumann einlassen, der Fraktionsvorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU.
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