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Citypastoral

Seelsorge mitten im Bonner Leben


Bonner Münster

Citykirche & Europäisches Monument

 

09.03.2011 | Bonner Münster

 

um.denken zur Fastenzeit

 

Citypastoral ist Wegbegleiter durch 40 Tage

 

 

Die Fastenzeit 2011 am Bonner Münster ist mit „um.denken“ überschrieben und lädt 40 Tage lang mit Gottesdiensten, SMS-Botschaften und geistlichen Kirchenführungen dazu ein.

 

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Diese „österliche Bußzeit“ ist für die Christen eine Vorbereitung auf das höchste Fest: OSTERN. Durch den Verzicht sollen ideelle wie auch materielle Freiräume geschaffen werden. Christen treten nicht in einen Hungerstreik, sondern versuchen Gewohnheiten und Barrieren abzulegen, die den Weg zu den Mitmenschen, zu sich selbst und zu Gott behindern.

 

Fastentuch im Bonner Münster

An „Faste(l)ovend“ (Abend vor dem Fasten) wurde ausgiebig „carne vale“ (lat.: Fleisch lebe wohl) gefeiert. Auf „Alaaf“ (und im Ausland auch „Helau“) folgt die Zeit der großen Ausnüchterung. Im Bonner Münster müssen auch die Augen fasten, damit es ans „Eingemachte“ gehen kann. Dazu werden die nicht nur Altäre verhangen. Der Hochchor mit dem prächtigen Mosaik und den bunten Apsisfenstern wird durch ein 56 qm großes Tuch verhangen. Die Motive dieses 2010 durch Norbert Bach gestalteten Fastentuchs sind ein Fresko aus dem Jahre 1320 und Bilder leidender Menschen.

 

Umdenken

Die leidenden Menschen stehen stellvertretend für das tägliche Leid der Welt. Im Großen wie auch im Kleinen sind wir täglich konfrontiert mit Ungerechtigkeit, Kriegen, Hungersnöten, Diktaturen, Gewalt, Elend, Korruption, Mobbing. „um.denken“ ist angesagt, wenn die Situation auf dieser Erde verändert, verbessert werden und die Spirale durchbrochen werden soll.

 

SMS-Botschaften und Geistliche Kirchenführung

Die Citypastoral begleitet die Fastenzeit mit geistlichen Angeboten. Wochentags findet um 12.15 Uhr im Hochchor des Münsters das Mittagsgebet statt. In den Gottesdiensten am Sonntagabend (18.30 Uhr) wird das Thema um.denken besonders in den Blick genommen. Täglich werden Impulse per SMS, über Facebook oder Twitter versendet. Geistliche Kirchenführungen (18.03. & 15.04.) durch die Basilika und eine „um.denk.nach(t)“ (16.04.) runden das Programm ab.

 

Ausstellung am Münster

Unter dem Motto "SPRAY HIS WAY" setzten sich zehn Jugendliche, unterstützt durch die Katholische Jugendfachstelle Bonn, mit den 14 Stationen des Kreuzweges auseinander. Jetzt sind jeweils zwei der Exponate in einer Wechselausstellung am Bonner Münster zu sehen.

 

Alle Informationen und einen Fastenkalender gibt es unter


Das ändert sich ab Aschermittwoch im Bonner Münster

  • Im Gottesdienst entfallen das GLORIA und das HALLELUJA

  • Die liturgische Farbe ist VIOLETT (Farbe der Buße und Vorbereitung), die Ministranten tragen schwarze Talare

  • Altäre werden mit Tüchern verhangen

  • Aufhängen des Fastentuchs

  • Kreuzgang und Südwestlicher Flankenturm sind violett illuminiert


Hintergrund Fastenzeit

 

Während wir heute unter „Fasten“ primär Verzicht verstehen, kommt das Wort aus dem Althochdeutschen und meint eigentlich „festmachen“, was sich noch heute im kölsch-limburgischen Dialekt nachvollziehen lässt.

 

Durch Verzicht sollen Freiräume geschaffen werden. Gewohnheiten oder Barrieren, die den Weg zu sich selbst, zu den Mitmenschen und zu Gott (ebenso umgekehrt) versperrt haben, müssen entdeckt und beiseite geschafft werden. Es geht darum, die Fundamente des eigenen Lebens wieder zu festigen und die Ausrichtung zu überprüfen.

 

Schon am in den Texten des Aschermittwoch wird deutlich, dass es nicht um Äußerlichkeiten geht. „Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott!“, ruft der Prophet Joel in der Lesung. Und Jesus selbst mahnt: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten.“ Ihm geht es um eine tiefere Umkehr zu Gott wenn er uns auffordert: „[…]wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.“

 

Die Dauer der Fastenzeit nimmt Bezug auf die Bibel und erinnert an das 40täge Fasten Jesu in der Wüste (Mt 4,2, Lk 4,2). Weiterhin: 40 Jahre wanderten die Israeliten durch die Wüste (Ex 16,35), 40 Tage begegnete Mose Gott auf dem Berg Sinai (Ex 24,18), 40 Tage wanderte Elija zum Berg Horeb (1 Kön 19,8). Die Sonntage sind von der Fastenzeit ausgenommen.

 

ÜBRIGENS: Die Fastenzeit vor Weihnachten dauerte ursprünglich auch 40 Tage und begann nach dem 11. November.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.05.2012