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09.01.2011 | Stadtdekanat Bonn
Neuer Gästedienst für das Bonner Münster
Ohne Aufsicht droht der Basilika stundeweise Schließung
Das Bonner Münster sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen neuen Dienst in der Basilika: den Gäste-Präsenzdienst. "Wir benötigen dringend Menschen, die mit offenen Augen, Ohren und Herzen im Münster präsent sind.“, sagte Münsterpfarrer und Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher.
Fünf Jahre hatten "1-Euro-Kräfte" die Aufsicht in dem Gotteshaus versehen, das als viel besuchte Kirche nicht nur Beter und Gottesdienstbesucher anzieht. Auch Touristen, kunsthistorisch Interessierte und Passanten zählen zu den Gästen genauso wie jene Zeitgenossen, die andere beim Beten stören oder ihnen die Geldbörse stehlen, die aus Jux Cola in das Weihwasserbecken schütten, mit Drogen handeln oder konsumieren. Nachdem die Bundesanstalt für Arbeit nun die Mittel für die Arbeitsmaßnahmen gekürzt hat, musste dieser Dienst (wie viele andere in Bonn) zum 31.12.2010 eingestellt werden.
Für den Münsterpfarrer, der erst kurz vor Weihnachten davon erfuhr, ist Eile geboten: "Wir müssen schnell einen neuen Dienst aufbauen, denn das Münster darf nicht ohne Aufsicht sein, die Touristengruppen müssen gesteuert werden und Störer ermahnt werden." Aber nicht nur das: man sucht Mitarbeiter/innen, die auch Auskünfte über das Gebäude und die Liturgie geben können, und Postkarten und Kirchenführer verkaufen. Menschen, die ein kurzes Gespräch suchen, sollen ebenso Ansprechpartner finden, wie andere, die eine Unterstützung beim Gebet suchen. Für Msgr. Schumacher ein anspruchsvolles Profil für den neuen Gäste-Präsenzdienst: "Ich hoffe, dass viele Bonner und Bonnerinnen, denen das Münster etwas bedeutet, bereit sind, sich für das Münster in dieser Weise zu engagieren!"
Niemand muss unvorbereitet seinen Dienst beginnen. Eine fundierte Ausbildung sowie regelmäßige Fortbildung dürfen diejenigen erwarten, die bereit sind drei Stunden Zeit pro Woche zu investieren. Der neue Dienst soll am 1. April 2011 starten. Bis dahin ist das Münster stundenweise ohne Aufsicht, denn die Cassius-Bruderschaft, die schon seit über 25 Jahren tätig ist, kann nur einige Stunden am Tag versorgen. Der Münsterpfarrer verhehlt nicht, dass ihm die neue Situation Sorgen macht: " Wir hoffen, dass wir dies für eine Übergangszeit so machen können. Ansonsten droht dem Münster die stundenweise Schließung."
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