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16.01.2010 | Bonner Münster
Erklärung zum ökumenischen Mundartgottesdienst im Bonner Münster für die Karnevalisten Das Bonner Münster ist als eine katholische Kirche Ort gottesdienstlicher Feiern, aber auch des persönlichen Gebetes. Die Gestaltung des Raumes gibt Zeugnis vom christlichen Glauben, der seine Grundlagen im Bekenntnis zum dreifaltigen Gott hat. Christen glauben, dass Gottes Sohnes in Jesus Christus Mensch geworden ist und durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung die Menschen erlöst hat. Dieser Glaube unterscheidet die Christen vom Glauben anderer Religionen – auch von dem der Muslime.
Ein gemeinsamer Gottesdienst ist nach katholischem Verständnis für Christen unterschiedlicher christlicher Konfessionen möglich, nicht aber mit Angehörigen anderer Religionen. Auch in ökumenischen Gottesdiensten wird der dreieinige Gott gepriesen, verehrt und zu ihm gebetet. Ob Andacht, Wortgottesdienst oder festliches Hochamt, der Einladende ist immer der dreifaltige Gott.
Um den gegenseitigen Respekt zu wahren und Mitmenschen anderer Religionen nicht zu brüskieren, gibt es seitens der katholischen Kirche entsprechende Regeln[1], nach denen sogenannte interreligiöse Feiern als gemeinsame Gottesdienste unterschiedlicher Religionen abgelehnt werden. Damit soll die Gefahr der Vermischung von Religionen, aber auch der Vereinnahmung des anderen unterbunden werden. Unterschiede im Gottesverständnis lassen sich auch bei manchen Gemeinsamkeiten im Glauben nicht einfach ignorieren, sondern verlangen gerade in der Unterscheidung gegenseitigen Respekt.
Der „Mundartgottesdienst“ für die Karnevalisten ist ein ökumenischer und damit christlicher Gottesdienst und findet im katholischen Bonner Münster statt. Daher können in dieser Feier auch nur Christen zu Wort kommen. Dies ist eine grundsätzliche Regelung, die alle betrifft, nicht nur den Bonner Karnevalsprinzen.
Dies war dem Festausschuss Bonner Karneval bereits im vergangenen Jahr kommuniziert worden. Traditionell spricht der Bonner Prinz im Mundartgottesdienst zur Gemeinde und zündet anschließend mit der Bonna eine Kerze an. Seinerzeit wurde rückgemeldet, dass der Herr Amir Shafaghi als Prinz keine Probleme damit habe, wenn statt seiner Uta Göbels als Bonna die Ansprache hält. Stadtdechant und Münsterpfarrer Msgr. Wilfried Schumacher war für diese „rheinische Lösung“ und für den Respekt des Prinzen sehr dankbar. Umso erstaunter ist allerdings, dass Herr Shafaghi diese Regelung infrage stellt, wenn er sagt: „Es ist schmerzlich für mich, dass ich meine Jecken im Münster nicht selbst begrüßen kann.“[2]
Ebenfalls überraschend waren die Äußerungen des Bonner Prinzen gegenüber dem Express: „Wichtig ist im Karneval nicht die Religion […] Das Münster ist für mich kein Gotteshaus für Christen, sondern rein ein Gotteshaus.“[3] Im Kontext dieser Aussagen besteht durchaus die Gefahr, der Vermischung oder Vereinnahmung der jeweils anderen Religion.
Der Vorwurf der Intoleranz und mangelnden Offenheit ist unhaltbar und infam. Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher setzt sich trotz vielfältiger Kritik seit Jahren für eine Moschee in Bonn ein. Zum Dialog zwischen Muslimen und Christen gibt es im Stadtdekanat Bonn einen eigenen Arbeitskreis. [1] Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen. Eine Handreichung der deutschen Bischöfe / hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. – 2., überarb. und aktualis. Aufl. – Bonn 2008. – 72 S. (Arbeitshilfen ; 170)
[2]
Express Bonn, 15.01.2010
[3]
Express Bonn, 13.01.2010
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