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02.10.2008 | Stadtdekanat Bonn
Neuer Reliquiar-Schrein für die Bonner Stadtpatrone
Feierliche Übergabe, Segnung und Translatio für Cassius und Florentius im Bonner Münster
Cassius und Florentius haben ein neues Zuhause im Bonner Münster. Professor Gisbert Knopp und Kunstschmied Sebastian Hoppen übergaben heute den fertigen Schrein an Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher, der diesen segnete, die Reliquienbüsten hineinstellen ließ und den neuen Schrein verschloss.
Im vergangenen Jahr standen die wiederentdeckten barocken Reliquienbüsten der Märtyrer schon im Mittelpunkt der Festdekade und des neuen Pilgerweges durch das Bonner Münster. Aus Sicherheitsgründen wurden sie seitdem hinter verschlossenen Türen bewahrt. Seit heute haben die Reliquiare aber einen festen Wohnsitz im Hochchor des Bonner Münsters. Geschützt werden die wertvollen Büsten mit den Reliquien durch ein altes, kunstvoll gearbeitetes schmiedeeisernes Gitter, das früher die Altarnische mit dem Schrein der Gebeine der Stadtpatrone in der Apsis der Krypta verschloss. Das Projekt wurde durch Spenden über die Bonner Münster-Stiftung finanziert.
Bergkristalle aus Venedig und Geschenke aus dem Dom Für die ständige Aufbewahrung und angemessene Präsentation der barocken Reliquienbüsten der Stadtpatrone Cassius und Florentius wurde eine Art Schrein geschaffen, in dem sie zusammen mit anderen Reliquien auch außerhalb der Festdekade „zur Schau gestellt“ sind. Als Ort wurde die Südwand des Hochchores gegenüber dem prachtvollen Sakramentshaus gewählt, an der in etwa zwei Meter Höhe das Kunstwerk Aufstellung fand. Die Vorderfront ziert ein altes kunstvoll gearbeitetes schmiedeeisernes Gitter, das über Jahrzehnte hinweg die Altarnische mit dem Schrein der Gebeine der Stadtpatrone in der Apsis der Krypta verschloss. In derselben aufwändigen Technik wurden jetzt die zu öffnenden Seitenteile neu angefertigt. Die oberen Ecken zieren, wie an mittelalterlichen Reliquienschreinen üblich, symbolhaft zwei gefasste Bergkristalle aus Venedig. Der Schrein ruht auf zwei alten schmiedeeisernen Konsolen aus der Heiligtumskammer des Kölner Domes - ein Geschenk der Dombauhütte.
Alte Tradition aufgenommen „Mit der Platzierung im Hochchor wird eine Tradition aufgenommen, wie sie in vielen, insbesondere Kölner Kirchen seit dem Mittelalter zu beobachten ist“, so Professor Knopp, der den Entwurf für den Schrein anfertigte. „In hochgelegenen Nischen, so genannten „Wandgräbern“ sind die erhobenen, erhöhten Gebeine von Heiligen sichtbar im Raummantel eingelassen: die Gebeine der Heiligen befinden sich dementsprechend in der Altarzone der Eucharistie.“
"Vollendete Präsentationsform" Den größten Besitz abendländischer Reliquienausstattungen besaßen ehemals die Kölner Kirchen St. Gereon und St. Ursula. Während in St. Ursula diese in das Chorhaupt eingelassenen, mit vergoldeten Gittern verschlossenen Nischen noch heute zu sehen sind, haben die Reliquienschränke beiderseits der Chorwände in St. Gereon die Zeiten nicht überdauert. „Mit dem neuen „Schrein“ für die Büsten der Hll. Cassius und Florentius wollen wir diese in der Tradition des Mittelalters beruhende, vom Barock aufgenommene und in größter Prachtentfaltung vollendete Präsentationsform von Reliquien im Chor der Münsterbasilika wieder aufgreifen.“, erläuterte Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher.
Öffnung am Sonntagabend Schon am kommenden Sonntagabend wird der Schrein während der Eröffnungsmesse des Stadtpatronefestes geöffnet, bevor die Gläubigen mit den Büsten der Märtyrer in einer Prozession um das Bonner Münster ziehen. Danach bittet Bezirksbürgermeister Helmut Kollig den Stadtdechanten um die Öffnung der Märtyrergruft, die immer nur zur Festdekade zugänglich ist.
[Download] ACHTUNG: Jetzt zwei Schreine im Münster: In der Krypta steht weiterhin der Schrein mit den Gebeinen der Stadtpatrone. Der neue Schrein im Hochchor ist Aufbewahrungsort für die Büsten, in die auch in der Vorderseite Reliquien der Stadtpatrone eingelassen sind.
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