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06.02.2008 | Citypastoral
Mit Franziskus von Assisi Lebenswege durchKREUZen
7 mal 8 Meter großes Fastentuch und viele Aktionen laden zur Fastenzeit am Bonner Münster ein
Stadtdechant Wilfried Schumacher präsentierte heute vor der Presse das große und beeindruckende Fastentuch, das in den nächsten 40 Tagen bis Ostern Hochaltar und Apsis des Bonner Münsters verhüllt, sowie das Programm mit vielen Gottesdiensten, Konzerten und Themen.
Die Fastenzeit 2008 am Bonner Münster steht unter dem Motto „durchKREUZte.WEGe“ und setzt sich mit dem Lebensweg des hl. Franziskus von Assisi auseinander. „Franziskus ist immer noch ein aktueller Heiliger und frag-würdig im wahrsten Sinne des Wortes. Zu schnell wird er nur auf Themen wie Naturschutz, Frieden oder Caritas reduziert. Aber dieser „Spielmann Gottes“ hat einiges mehr zu bieten.“, so Schumacher. „Franz folgte dem Ruf Gottes und dem Lebensweg Christi wie vielleicht kein Zweiter. Bis er aber diese Berufung spürte und lebte, verging eine lange Zeit des Suchens und Fragens. Genau diese Zeit wollen wir auf unserem Tuch illustrieren“, sagte der Geistliche.
Das Fastentuch ist mit 56qm (7m breit, 8m hoch) deutlich größer als das Fastentuch des vergangenen Jahres (35qm). Allein das Kreuz auf dem Bonner Fastentuch misst eine Länge von mehr als fünf Metern. Es steht mitten in einem Labyrinth und ist im oberen Teil von sechs Zeichen umgeben. Das Tuch entstand in Zusammenarbeit mit dem „Fotografiker“ Norbert Bach, der heute auch anwesend war.
Das Labyrinth symbolisiert, so Schumacher, den Lebensweg. Es sei kein Irrgarten, sondern ein Weg mit einem Ziel. Das Kreuz aus dem 11. Jahrhundert ist nach byzantinischem Vorbild gemalt. Ursprünglich hing dieses Kreuz in dem zerfallenen Kirchlein San Damiano. Vom Kreuz hört Franziskus die Stimme: „Franziskus, stelle mein Haus wieder her“. Es gilt damit als wichtiger Ort in der Berufungsgeschichte des Heiligen. Um das Kreuz herum stehen sechs Zeichen, auf den ersten Blick unlesbar, wie Hieroglyphen, die erschlossen werden müssen, „wie ein Menetekel auf das Tuch geschrieben, das einer Deutung bedarf“, so der Stadtdechant, der zu diesen Zeichen und den Themen an den Fastensonntagen in den Abendmessen predigen wird.
Die Fastenzeit heißt im liturgischen Sprachgebrauch „Österliche Bußzeit“ – „es geht also nicht nur um den Verzicht, erst recht nicht um eine Diät, es geht um den Weg zur Mitte, so wie er im Labyrinth vorgezeichnet ist. Dazu passt die „Nacht der Vergebung“ am Freitag vor Palmsonntag (14.03.2008, 20 bis 23 Uhr). Eine Einladung zu Gebet, Anbetung, Beichte, Vergebung, Segen – so wie es dem Einzelnen gut tut. Darüber hinaus werden geistliche Kirchenführungen, geistliche Konzerte, Thematische Orgelführungen angeboten. Wer will kann sich, täglich mit einem spirituellen Impuls begleiten lassen, der per E-Mail zugeschickt wird.
[Download] Hintergrund: Fastentuch und Fastentuch
Die kostbaren Altäre zu verhüllen, ja das ganze Geschehen am Altar für die Zeit der Fastenzeit nicht mehr sichtbar, sondern nur hörbar zu machen, prägt die mittelalterliche Praxis des Fastentuches, das seit über 1000 Jahren nachgewiesen ist. Auch die Augen sollen Fasten und der eigene Blick noch stärker nach innen gelenkt werden. Ein großes Poster mit dem Fastentuch ist im Münsterladen erhältlich. Im Bonner Münster haben wurde 2007 erstmals wieder ein Fastentuch aufgehängt. „Wir waren überrascht von der positiven Resonanz der Gläubigen weit über unsere Stadt hinaus. Inzwischen „tourt“ das Tuch durch verschiedene Kirchen in unserem Land, z. Z. ist es in Bielefeld.“, so Pressesprecher Reinhard Sentis
Täglicher Impuls begleitet auf dem Weg nach Ostern
„Die Fastenzeit ist ein Weg nach Innen“, sagt der Leiter der Bonner Citypastoral, Wilfried Schumacher. „Zu diesem Weg laden wir ein. Wir können unsere eigene Mitte wieder in den Blick nehmen. Um was dreht sich mein Leben? Wohin geht mein Weg? Wonach suche ich? Wonach sehne ich mich? – oder bin ich schon so satt, dass ich mir selbst genüge? Viele Fragen, die eine Antwort suchen.“ Die täglichen Impulse, die die Bonner Citypastoral per E-Mail verschickt und auf ihrer Webseite publiziert, wollen bei dieser Suche behilflich sein. Täglich wird ein Bild präsentiert. Viele sind aus Assisi und Umgebung. „Aber es geht“, wie Schumacher erläutert, „nicht um eine Reisebeschreibung oder eine kunsthistorische Dokumente.“ Vielmehr verweist er auf Thomas von Celano, den Biografen des Heiligen Franziskus, der schreibe: In jedem Kunstwerk lobte er den Künstler; was er in der geschaffenen Welt fand, führte er zurück auf den Schöpfer. Deshalb so Schumacher, „ soll das, was wir sehen, uns Hilfestellung bieten, einen geistlichen Weg zu machen, wie Franziskus in allem Gott selbst zu suchen und zu finden“. Der Künstler Norbert Bach 1963 in Boppard am Rhein geboren, beschäftigte sich Norbert Bach zunächst mit Unternehmensplanung, Marktforschung und Controlling und absolvierte eine Marketing-Ausbildung. Über Umwege kam er zur dann zur professionellen Fotografie, auch wenn das Interesse bereits im Kindesalter bestand. Nach einer Ausbildung zum Fotografen stieg er 2002 in die journalistische Fotografie ein. Über sich selbst sagt der Fotograf: „Mit der Kamera will ich erzählen, von Menschen, Situationen, Dingen. Ich nähere mich den Objekten gerne von der emotionalen Seite, versuche einzufangen, was sie mir von sich berichten.“ Als Fotograf und auch als Fotografiker arbeitet der heute in Worms wohnende Bach schon lange mit dem Münster zusammen und hat verschiedene Plakate und auch Printmedien entworfen. Neben dem diesjährigen Fastentuch, gestaltete er auch das Fastentuch 2007 anlässlich des Elisabethjahres. Weitere Informationen Audiobeiträge (Stadtdechant Msgr. Wilfried Schumacher) Pressefotos |
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