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08.08.2007 | Bonner Münster

 

Römischer Sarkophag und mittelalterliche Mauern

 

Überraschende Funde bei Bauarbeiten im Münster-Kreuzgang

 

 

Bei den Bauarbeiten zu einem Abwasserkanal im Kreuzgang des Bonner Münsters hat man einen römischen Sarkophag gefunden, der dort wohl auch in römischer Zeit beigesetzt wurde. Das Münster steht auf einem großen römischen Gräberfeld, wo nach alter Tradition auch die beiden Stadtpatrone, die römischen Soldaten Cassius und Florentius bestattet worden sein sollen. Im Bereich der Gerhard-von-Are-Straße stießen die Bauarbeiter auf große Basaltquader, die wohl Teil des Fundaments einer kleinen Verbindungsbrücke zwischen Stadtmauer und Stiftsgebäuden waren.

 

Wie Architekt Martin Saul bei einer Pressekonferenz erläuterte, hatte man bei den Ausschachtungsarbeiten, die von der Bodendenkmalpflege begleitet wurden, erwartet, auf Funde im Boden zu stoßen. Überrascht war  man jedoch, in zwei Meter Tiefe einen voll erhaltenen römischen Sarkophag aus rötlichem Sandstein zu finden, an dem der Bagger haarscharf vorbeigeschrammt war. Die Tiefe lässt nach Meinung von Professor Dr. Gisbert Knopp den Schluss zu, dass es sich hier um einen Sarkophag handelt, der dort auch in römischer Zeit beigesetzt wurde. Wie Stadtdechant Wilfried Schumacher sagte, wurde die Lage des Steinsargs vermessen. Er soll nicht gehoben werden. "Wir lassen dem Toten seine Ruhe!", so der Münsterpfarrer.

 

Auch die Fundamente in der Gerhard-von-Are-Straße gaben den Fachleuten zuerst Rätsel auf. Die erste These, es seien Teile der mittelalterlichen Mauer gewesen, wurde verworfen als man die vorhandenen Pläne im Stadtarchiv zu Rate zog. Ein Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahre. 1646 gab schließlich die Auskunft. Professor Knopp ist sich danach sicher: Es handelt sich wohl um die Fundamente einer kleinen Brücke, die von den Stiftsgebäuden zur Stadtmauer führte und auf dem Plan sehr deutlich zu erkennen ist. Wie Stadtdechant Schumacher erklärte, will man später im Pflaster an der Oberfläche darstellen, was einige Meter unter Straßenniveau verborgen ist.

 

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Anwesende Personen

  • Wilfried Schumacher, Stadtdechant und Münsterpfarrer

  • Professor Dr. phil. Gisbert Knopp, Berater des Bonner Münster in Fragen der Denkmalpflege und Kunstgeschichte

  • Martin Saul, Architekt

  • Reinhard Sentis, Pressestelle

 


Pressefotos

  • Bei Grabungen im Kreuzgang fand man den römischen Sarkophag

     

  • In der Gerhard-von-Are-Straße stießen die Bauarbeiter auf mittelalterliche Mauerreste

 

 

 

 

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 06.09.2010