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22.06.2007 | Stadtdekanat
Kirche investiert rund um das Münster
Umbau der Stiftsgebäude für das neue pastorale Zentrum
Die Tatsache, dass das Gebäude des Katholischen Centrums in der Fritz-Tillmann-Straße 11-13 für die Verwaltung der Stadtkirche zu groß geworden ist und einer größeren Investition, hat dazu geführt, dass eine Konferenz unter der Leitung des Herrn Generalvikars im September 1999 Ausschau hielt nach Alternativen. Als möglicher neuer Standort wurde das bisherige Kloster St. Remigius genannt.
Da das Projekt „Zukunft heute“ andere Prioritäten schafft (Unterbringung der Hochschulgemeinde), stieß der Vorschlag, ein Pastorales Zentrum am Bonner Münster unterzubringen auf die Gegenliebe des Generalvikars, der die Kirchengemeinde St. Martin aufforderte, in die Planungen dazu einzusteigen. Als Arbeitstitel trägt das Projekt den Namen „Pastorales Zentrum am Bonner Münster - Münstercarrée“ Jetzt liegen sowohl die städtische als auch die kirchliche Baugenehmigung vor. Am Montag beginnen die Bauarbeiten.
Aufgabe des Pastoralen Zentrums ist die geistliche und fachliche Unterstützung der haupt- und ehrenamtlichen Pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Stadtdekanat Bonn, insbesondere der Citypastoral.
Dies geschieht, indem wir sie dort:
Es spricht Einiges dafür, die Umgebung des Bonner Münsters (Päpstliche Basilika minor St. Martin, St. Cassius und St. Florentius) zu einem Mittelpunkt der Stadtkirche zu machen, denn:
Wenn wir die Einrichtungen der Stadtkirche und der Citypastoral um das Münster herum konzentrieren, bedeutet dies allerdings nicht nur, dass Ersatz geschaffen werden muss für die Verwaltungsräume in der Fritz-Tillmann-Straße und für die Versammlungsräume dort. Wir können sie an dieser Stelle in ein Gesamtkonzept integrieren.
Benötigt werden:
Dies entspricht den Handlungsfeldern der Citypastoral, wie sie im 2004 vom Erzbischof genehmigten Konzept beschrieben sind: „Kontakt, Information und Begegnung“, „Gesellschaft, Bildung, Kultur“ sowie „Spiritualität“.
Hinzu kommen für das Schulreferat, das in Bonn eine umfangreiche Mediothek hat:
Ein „Front-Desk“ im Erdgeschoss, eine erste Anlaufstelle für das Publikum, wird vom Foyer der Citypastoral mit wahrgenommen werden.
Die Päpstliche Basilika minor "St. Martin, St. Cassius und Florentius" - Bonner Münster und die alten Stiftsgebäude würden so zu einem hervorragenden Ort der Citypastoral und der Stadtkirche.
Wir wollen zudem das Münster in seiner umfassenden spirituellen, aber auch kunsthistorischen Bedeutung sowohl den Bonnern als auch den Touristen neu erschließen. Dabei soll der Kreuzgang als Bindeglied zwischen „draußen“ und „drinnen“ genutzt werden.
Der Kreuzgang, wohl der besterhaltene romanische Kreuzgang nördlich der Alpen, wurde im 12. Jahrhundert von Gerhard von Are anstelle eines älteren erbaut. Hier sammelten sich die Stiftsherrn vor den feierlichen Gottesdiensten; hier hielten sie ihre Prozessionen, hier erholten sie sich und hier bestatteten sie ihre Toten. Sie gingen über ihre Gräber und wussten “mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen”. In den Gebäuden über dem Kreuzgang wohnten Mitglieder des Stiftes, hier wurde aber auch der umfangreiche Wirtschafts- und Verwaltungsbetrieb abgewickelt. So war der Kreuzgang ein Bindeglied zwischen „draußen“ und „drinnen“, zwischen Welt und Gotteshaus, zwischen Gottesdienst und Weltdienst, Kontemplation und Aktion. Der Kreuzgang bietet sich an, wenn es darum geht, die genannte Idee zu verwirklichen.
Die Notwendigkeit der Verlegung des Abwasserkanals schafft die Möglichkeit, von der Gerhard-von-Are-Straße aus einen neuen Zugang zum Kreuzgang zu schaffen. Dieser schafft den Besuchern des Münsters und des Kreuzgangs einen direkten Zugang zu geistlicher Literatur und Devotionalien. Vor allen Dingen aber: Die alte Garage in der Gerhard-von-Are-Straße würde abgerissen und die Rückwand der Stiftsgebäude sichtbar – eine Maßnahme, die von der Denkmalpflege sehr begrüßt wird. Denn die Südseite des Kreuzgangs stammt aus den Jahren um 1050 und Sie wurde 1911 restauriert. Deutlich zu sehen sind die unregelmäßigen viereckigen Tuffsteine aus dem Maria Laacher Raum. Die ganz oder teilweise erhaltenen rundbogigen Fenster des ursprünglichen Obergeschosses wurden 1150 bei der Einwölbung des jetzigen Kreuzgangs zugemauert, die ganze Mauer erhöht. Dieser älteste Teil des gesamten Carrées würde durch den Entwurf einer neuen Eingangs“halle“ für Laden und Kreuzgang wieder sichtbar. Der Kreuzgang verliert an dieser Stelle seinen Hinterhofcharakter.
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