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11.06.2007 | Stadtdekanat
Aufruf zum Kirchenaustritt bei Big-Band-Konzert der Bundeswehr?
Stadtdechant schreibt an den Bundesverteidigungsminister
Der Bericht eines Gemeindemitgliedes, nach dem beim Konzert der Big-Band der Bundeswehr am vergangenen Samstag zum Kirchenaustritt aufgerufen worden sein soll, hat Stadtdechant und Münsterpfarrer Wilfried Schumacher zu einem Brief an Bundesverteidigungsminister Dr. Franz-Josef Jung veranlasst. Der Moderator des Konzertes habe die zeitliche Begrenzung auf Uhr mit einer Messe im Münster begründet, die es jedoch nicht gab. Die Kirche wurde als Spielverderber gebrandmarkt, eine Reaktion könne man ja mit der Kirchensteuer regeln. Tatsächlich war wohl die allgemeine städtische Verordnung, nach der nach Uhr keine Lautsprecher mehr betrieben werden dürfen, Grund für die zeitliche Begrenzung. Schumacher, der an der Lauterkeit und Glaubwürdigkeit seines Gemeindemitgliedes keinen Zweifel hegt, nennt den Vorfall skandalös und protestiert dagegen, dass bei einer Veranstaltung, die der Nachwuchswerbung des Bundeswehr dient, zum Kirchenaustritt aufgerufen werde. Er schreibt an Jung: "Es ist die Aufgabe der Bundeswehr, „das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen", d.h. insbesondere auch das Grundgesetz (siehe Artikel 4) mit seinen Freiheiten zu schützen. Hier wird ausdrücklich die Religionsausübung sichergestellt. Selbst wenn wegen eines Gottesdienstes das Konzert hätte früher beendet werden müssen, hätte dies nicht mit einem solchen Kommentar von einer Bundeswehr-Veranstaltung aus verbunden werden dürfen." Der Stadtdechant erwartet eine Entschuldigung für die falschen Behauptungen gegenüber seiner Kirche. Dokumente Auszug aus dem Grundgesetz
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