05. März 2008

 

Mittwoch der

vierten Woche

 

 

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Ein Papst. träumt

Fotograf: Stefan Diller (1985) © assisi.de

 

 

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Der Papst sah im Traume - so hat er es selbst berichtet -, wie die Laterankirche dem Einsturz nahe war; doch ein armer Mann, bescheiden und verachtet, stützte sie mit seiner Schulter, damit sie nicht zusammenfalle, und hielt sie.

"Diese Regel ist nicht lebbar", so das Urteil der römischen Kurie über die erste Regel, die Franziskus dem Papst vorlegt. Es bedarf eines Traumes, damit der mächtige Innonzenz III. umgestimmt wird. Das Kirchenoberhaupt sieht Franziskus, der wie ein Eckpfeiler die Kirche stützt und trägt.

Dem Evangelium der Macht stellt Franziskus die Macht des Evangeliums gegenüber.

Leonardo Boff

Heute schaue ich auf mein Leben in der Kirche, auf meine Nähe, meine Distanz. Habe ich auch einen Traum von Kirche? 

Ich träume von einer Kirche, in der Fantasie und Persönlichkeit ihren Platz haben.
Ich träume von einer Kirche, in der Lösungen gesucht und nicht scheinbare Lösungen verordnet werden.
Ich träume von einer Kirche, in der nicht das Recht des Stärkeren gilt.
Ich träume von einer Kirche, die Begleiterin ist in eine mündige,  verantwortungsvolle Freiheit.
Ich träume von einer Kirche, in der man lebendig streiten lernt und nicht Konflikte tot schweigt.
Ich träume von einer Kirche, die nicht Verfolgung lebt sondern Vergebung.
Ich träume von einer Kirche, die durch Wahrhaftigkeit,  Offenheit und Geschwisterlichkeit geprägt  ist.
Ich träume von einer Kirche, die nicht ausgrenzt sondern einlädt, wie Jesus es getan hat.
Ich träume von einer Kirche, die den Geist Jesu atmet und die Liebe Gottes glaubhaft bezeugt.

© gefunden im Publik-Internetforum

 

Wenn Sie die ganze Geschichte einmal nachlesen wollen:

Da er vor den Papst geführt wurde, erklärte er ihm sein Vorhaben und bat demütig und inständig, er möge ihm die erwähnte Lebensregel gutheißen. Weil aber der  Statthalter Christi, ein durch Weisheit ausgezeichneter Mann, die bewundernswerte Reinheit im einfältigen Herzen des Gottesmannes, seine beharrliche Entschlossenheit und den glühenden Eifer seines heiligen Vorhabens erkannte, war er geneigt, huldvoll seiner Bitte zu willfahren. Er erfüllte jedoch die Bitte, die jener Arme Christi vortrug, nicht sofort, weil sie einigen Kardinälen als Neuerung und als zu schwer für menschliche Kraft erschien

Unter den Kardinälen war aber ein sehr verehrungs­würdiger Mann, Johann von St. Paul, Bischof von S. Sabina, der jegliches heilige Leben liebte und dem Armen Christi beistand.  Entflammt vom Heiligen Geiste, sprach er zum Papst und zu seinen Brüdern: „Wenn wir die Bitte dieses Armen als etwas zu Schweres und als Neuerung ablehnen, obwohl er die Form des Lebens nach dem Evangelium bestätigt haben möchte, müssen wir uns hüten, dass wir uns nicht am Evangelium Christi versündigen. Denn wer behauptet, in der Beobachtung und dem Gelübde der evangelischen Vollkommenheit liege eine Neuerung, sie seien unvernünftig und unmöglich zu erfüllen, der lästert ohne Zweifel Christus, den Urheber des Evangeliums."
Nach diesen Worten wandte sich der Nachfolger des Apostels Petrus dem Ar­men Christi zu und sprach zu ihm: „Mein Sohn, bete zu Christus, er möge uns zeigen, was er mit dir vorhat; wenn wir seinen  Willen klarer erkennen, können wir mit größerer Zuversicht dein frommes Begehren erfüllen."…….

…..Der Papst sah im Traume — so hat er es selbst berichtet —, wie die Laterankirche dem Einsturz nahe war; doch ein armer Mann, bescheiden und verachtet, stützte sie mit seiner Schulter, damit sie nicht zusammenfalle, und hielt sie. „Wahrlich", sagte er, „das ist er Mann, der durch sein Werk und seine Lehre die Kirche Christi erhalten wird." Durch diese Vision gewann er vor allem eine große Verehrung für Franziskus, erfüllte seine Bitte in allen Stücken, und er liebte den Diener Christi stets mit besonderer Liebe. Daher gewährte er das Erbetene und versprach ihm noch mehr zu gewähren. Er bestätigte seine Regel, gab ihm den Auf trag, Buße zu predigen und ließ allen Laien, die den Gottesknecht begleitet hatten, kleine Tonsuren scheren, damit sie das Wort Gottes ungehindert verkünden könnten.

Im Vertrauen auf Gottes Gnade und des Papstes Gutheißung machte sich Franziskus voll Zuversicht auf den Weg zum Spoletotal, um Christi Evangelium zu leben und zu lehren.

Bonaventura Leg. maior III 9.10 IV 1

 

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