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In dieser Woche wollen wir einige Bilder betrachten, die
Giotto di Bondone (1266-1336) in der Oberkirche San Francesco in Assisi
gemalt hat. Sie illustrieren das Leben des Franziskus. Wir wollen sie auf
unserem geistlichen Weg aber nicht nur als historische Ansicht betrachten,
sondern unter dem Motiv „Gott in allem sehen und finden“ auch hier auf die
Beziehung zu uns und unserem Leben achten.
Auf der Suche nach dem richtigen Weg für sein Leben trifft
Franziskus eines Tages in dem zerfallenen Kirchlein von San Damiano
unterhalb von Assisi auf ein Kreuz, dessen Anblick ihn fesselt.
Hier bricht es aus ihm heraus, ein Gebet, das seine ganze
Sehnsucht ins Wort bringt, das seinen ganzen Weg zusammenfasst:
Höchster,
glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir
rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung
und vollendete Liebe.
Gib mir Herr, das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle.
GebKr
Gib mir Herr, das rechte Empfinden und Erkennen – Je
nachdem wie der Mensch veranlagt ist, wird er bei wichtigen Entscheidungen
eher seinen Verstand gebrauchen oder sein Herz sprechen lassen.
Kopfmenschen durchdenken alles bis zur letzten Konsequenz.
Aber die Gefühle werden beiseite gedrängt. Ja sie sind oft schon so
vernachlässigt, dass man sie nicht mehr wahrnimmt oder wahrnehmen will.
Unsere Gesellschaft schätzt solche Typen.
Die Gefühlsmenschen dagegen lassen ihren Emotionen breiten
Raum, sind oft abhängig von Stimmungsschwankungen und lassen sich nicht
selten täuschen von irrealen Ängsten oder Phantasien. Sie sind nicht selten
immun gegenüber offenkundigen Tatsachen und überhören den Rat anderer.
Das Gebet vor dem Kreuz von San Damiano verrät: Franziskus
weißt worauf es ankommt, er muss den Gefühlen trauen und den Kopf
gebrauchen.
Wie fälle ich meine Entscheidungen?
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