21. Februar 2008

 

Donnerstag der zweiten Woche

 

 

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Foto: Antiquitätenhändler in Assisi

Fotograf: P. Gerhard Ruf, OFM Conv., Assisi  © assisi.de

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Ein  Antiquitätenhändler in Assisi. Irgendwelche mehr oder weniger „antiken“ Sachen, die er zusammengetragen hat, bietet er zum Verkauf an. Auch manches Neue, dem er ein altes Aussehen gegeben hat. Aus welchen Speichern, aus welchen Kellern stammen wohl diese Dinge?

 

Heute kann ich mein Lebenshaus entrümpeln. Ich kann im Keller und auf dem Dachboden nachschauen, was dort alles herumliegt. Seit Jahren nicht mehr gebraucht und trotzdem kann ich mich nicht davon trennen. Alte Angewohnheiten, scheinbare Verpflichtungen, „alte Rechnungen, die noch nicht beglichen sind“, Träume, die ausgeträumt sind, Pläne, die ich nicht mehr verfolgen will, grundlose Ängste, und was sich da so alles findet.

Kein Antiquitätenhändler wird sich für das interessieren, was ich alles finde – wohl aber Christus. Ihm darf ich alles hinhalten, damit er das, was ich an Gutem begonnen habe, vollende und das, worin ich gesündigt habe, mir verzeihe.

 

Eines Tages aber, als Franziskus das Erbarmen Gottes in den ihm erwiesenen Wohltaten bewunderte und wünschte, dass ihm vom Herrn geoffenbart werde, wie sein und seiner Brüder Wandel sich fernerhin gestalten sollte, suchte er einen Ort des Gebetes auf, wie er sehr oft zu tun pflegte. Als er dort lange Zeit, mit Furcht und Zittern vor dem Beherrscher des ganzen Erdkreises stehend, verharrte und in Bitterkeit der Seele die schlecht verbrachten Jahre bedachte, wiederholte er immer wieder das Wort: "Gott, sei mir Sünder gnädig!" Da begann unsagbare Freude und höchste Wonne sich nach und nach in das Innerste seines Herzens zu ergießen. Auch ward er allmählich ganz verändert; der Gemütssturm legte sich, die Finsternis wich, die infolge von Sündenangst sich über sein Herz gebreitet hatte, es wurde ihm die Gewissheit zuteil, alle seine Sünden seien ihm vergeben, und die Zuversicht in ihm erweckt, wieder zu Gnaden zu kommen. (I Cel 26)

 

Ehrlich sein mit sich selbst
Dieser Gedanke fasziniert mich, obwohl ich spüre, wie schwierig es ist, ehrlich zu sein;
es beinhaltet mehr, als nur nicht zu lügen.
Sich nichts vormachen, versuchen, seine Schwächen und Fehler anzunehmen,
sind Ziele auf dem Weg zur Wahrheit.
Dieser Weg hat viel mit Versöhnung zu tun.
Menschen, die zu ihren Fehlern stehen können,
die den ersten Schritt zum „es tut mir Leid" wagen,
sind Menschen, die ihren WAHREN Kern zeigen.
Dieser Glaube an den göttlichen Kern im Menschen schafft Vertrauen in der Welt.

Pierre Stutz

 

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