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Ein Antiquitätenhändler in Assisi. Irgendwelche mehr oder
weniger „antiken“ Sachen, die er zusammengetragen hat, bietet er zum Verkauf
an. Auch manches Neue, dem er ein altes Aussehen gegeben hat. Aus welchen
Speichern, aus welchen Kellern stammen wohl diese Dinge?
Heute kann ich mein Lebenshaus entrümpeln. Ich kann im Keller
und auf dem Dachboden nachschauen, was dort alles herumliegt. Seit Jahren
nicht mehr gebraucht und trotzdem kann ich mich nicht davon trennen. Alte
Angewohnheiten, scheinbare Verpflichtungen, „alte Rechnungen, die noch nicht
beglichen sind“, Träume, die ausgeträumt sind, Pläne, die ich nicht mehr
verfolgen will, grundlose Ängste, und was sich da so alles findet.
Kein Antiquitätenhändler wird sich für das interessieren, was
ich alles finde – wohl aber Christus. Ihm darf ich alles hinhalten, damit er
das, was ich an Gutem begonnen habe, vollende und das, worin ich gesündigt
habe, mir verzeihe.
Eines Tages aber, als Franziskus das Erbarmen Gottes in
den ihm erwiesenen Wohltaten bewunderte und wünschte, dass ihm vom Herrn
geoffenbart werde, wie sein und seiner Brüder Wandel sich fernerhin
gestalten sollte, suchte er einen Ort des Gebetes auf, wie er sehr oft
zu tun pflegte. Als er dort lange Zeit, mit Furcht und Zittern vor dem
Beherrscher des ganzen Erdkreises stehend, verharrte und in Bitterkeit
der Seele die schlecht verbrachten Jahre bedachte, wiederholte er immer
wieder das Wort: "Gott, sei mir Sünder gnädig!" Da begann unsagbare
Freude und höchste Wonne sich nach und nach in das Innerste seines
Herzens zu ergießen. Auch ward er allmählich ganz verändert; der
Gemütssturm legte sich, die Finsternis wich, die infolge von Sündenangst
sich über sein Herz gebreitet hatte, es wurde ihm die Gewissheit zuteil,
alle seine Sünden seien ihm vergeben, und die Zuversicht in ihm erweckt,
wieder zu Gnaden zu kommen. (I Cel 26)
Ehrlich sein mit sich selbst
Dieser Gedanke fasziniert mich, obwohl ich spüre, wie schwierig es
ist, ehrlich zu sein;
es beinhaltet mehr, als nur nicht zu lügen.
Sich nichts vormachen, versuchen, seine Schwächen und Fehler anzunehmen,
sind Ziele auf dem Weg zur Wahrheit.
Dieser Weg hat viel mit Versöhnung zu tun.
Menschen, die zu ihren Fehlern stehen können,
die den ersten Schritt zum „es tut mir Leid" wagen,
sind Menschen, die ihren WAHREN Kern zeigen.
Dieser Glaube an den göttlichen Kern im Menschen schafft Vertrauen in
der Welt.
Pierre Stutz
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