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Ein kleines Schild über der Haustür weist das Haus als
Geburtshaus von Bernardo da Quintavalle aus, des ersten Gefährten des Hl.
Franziskus.
Bei berühmten Menschen geht man immer ihren Spuren nach bis
in die Kindheit. Man besucht das Geburtshaus Beethovens in Bonn, Mozarts in
Salzburg oder von Karl Marx in Trier. Auch von Franziskus meint man, die
Geburtsstätte zu kennen.
Woher komme ich?
An meinem Geburtshaus ist keine Tafel angebracht. So berühmt
ist keine/r von uns. Aber heute kann ich in Gedanken zum Haus meiner
Kindheit zurückkehren, kann anschauen, wie mich meine Herkunft geprägt hat.
Mir werden Menschen in den Sinn kommen. Ich kann ihnen dankbar sein.
Vielleicht hege ich manchem gegenüber auch negative Gefühle. Ich will es
aushalten.
Die Geburt des Franziskus
„Der selige und evangelische Mann Franziskus hatte
einen Vater namens Petrus — dieser war der Sohn des Kaufmanns
Bernardorte —, der einzig auf irdischen Gewinn bedacht war, und eine
sehr ehrenwerte Mutter namens Pica. Sie gebar wie eine zweite Elisabeth
dieses ihr Glückskind und nannte in Abwesenheit des Vaters, der
Geschäfte wegen nach Frankreich gereist war, das Kind Johannes. — Am
gleichen Tag aber, da das gesegnete Kindlein Franziskus Johannes genannt
worden war, kam an die Tür des Hauses ein fremder Bettler. Als die
Hausmagd ihm ein Almosen gereicht hatte, sagte der Fremde zu ihr: ‚Ich
bitte dich, bring mir den Knaben, der heute geboren wurde, denn ich
möchte ihn gerne sehen.' Die Magd weigerte sich, dies zu tun. Er aber
bestand darauf, das Kind zu sehen, sonst werde er nicht weggehen. Sie
jedoch ließ ihn unwillig stehen und ging. Herrin Pica hörte dies voller
Verwunderung und befahl der Magd, dem Fremden das Kind zu zeigen. Als
sie es getan hatte, nahm der Fremde, wie einst Simeon den Knaben Jesus
(vgl. Lk 2, 28), den Knaben Franziskus voll Freude und Ergriffenheit und
sagte: Heute sind in dieser Straße zwei Knaben geboren worden; von ihnen
wird der eine, nämlich dieser hier, zu den Besten, der andere aber zu
den Schlechtesten der Welt gehören.' Dies hat, was Franziskus anlangt,
die Welt in aller Klarheit erfahren; was den anderen betrifft, haben
viele die Wahrheit der Voraussage versichert. Als der Vater aus
Frankreich zurückkehrte, freute er sich über den Sohn und nannte ihn
Franziskus nach dem Lande Frankreich, woher er kam."
Dreifährtenlegende in der Fassung der
Vatikan-Handschrift lat. 7339
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