18. Februar 2008

 

Montag der

zweiten Woche

 

 

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Foto: Geburtshaus von Bernardo da Quintavalle

Fotograf: Gerhard Ruf OFM Conv., Assisi

© assisi.de

 

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Ein kleines Schild über der Haustür weist das Haus als Geburtshaus von Bernardo da Quintavalle aus, des ersten Gefährten des Hl. Franziskus.

 

Bei berühmten Menschen geht man immer ihren Spuren nach bis in die Kindheit. Man besucht das Geburtshaus Beethovens in Bonn, Mozarts in Salzburg oder von Karl Marx in Trier. Auch von Franziskus meint man, die Geburtsstätte zu kennen.

 

Woher komme ich?

 

An meinem Geburtshaus ist keine Tafel angebracht. So berühmt ist keine/r von uns. Aber heute kann ich in Gedanken zum Haus meiner Kindheit zurückkehren, kann anschauen, wie mich meine Herkunft geprägt hat. Mir werden Menschen in den Sinn kommen. Ich kann ihnen dankbar sein. Vielleicht hege ich manchem gegenüber auch negative Gefühle. Ich will es aushalten.

 

Die Geburt des Franziskus

 

 „Der selige und evangelische Mann Franziskus hatte einen Vater namens Petrus — dieser war der Sohn des Kaufmanns Bernardorte —, der einzig auf irdischen Gewinn bedacht war, und eine sehr ehrenwerte Mutter namens Pica. Sie gebar wie eine zweite Elisabeth dieses ihr Glückskind und nannte in Abwesenheit des Vaters, der Geschäfte wegen nach Frankreich gereist war, das Kind Johannes. — Am gleichen Tag aber, da das gesegnete Kindlein Franziskus Johannes genannt worden war, kam an die Tür des Hauses ein fremder Bettler. Als die Hausmagd ihm ein Almosen gereicht hatte, sagte der Fremde zu ihr: ‚Ich bitte dich, bring mir den Knaben, der heute geboren wurde, denn ich möchte ihn gerne sehen.' Die Magd weigerte sich, dies zu tun. Er aber bestand darauf, das Kind zu sehen, sonst werde er nicht weggehen. Sie jedoch ließ ihn unwillig stehen und ging. Herrin Pica hörte dies voller Verwunderung und befahl der Magd, dem Fremden das Kind zu zeigen. Als sie es getan hatte, nahm der Fremde, wie einst Simeon den Knaben Jesus (vgl. Lk 2, 28), den Knaben Franziskus voll Freude und Ergriffenheit und sagte: Heute sind in dieser Straße zwei Knaben geboren worden; von ihnen wird der eine, nämlich dieser hier, zu den Besten, der andere aber zu den Schlechtesten der Welt gehören.' Dies hat, was Franziskus anlangt, die Welt in aller Klarheit erfahren; was den anderen betrifft, haben viele die Wahrheit der Voraussage versichert. Als der Vater aus Frank­reich zurückkehrte, freute er sich über den Sohn und nannte ihn Franziskus nach dem Lande Frankreich, woher er kam."

 

Dreifährtenlegende in der Fassung der Vatikan-Handschrift lat. 7339

 

 

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