06. Februar 2008

 

Aschermittwoch

 

 

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Labyrinth. © Bach/Citypastoral Bonn

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Heute beginnt die Fastenzeit. Ein Weg durch sechs Wochen hin zum Osterfest. Ich sehe ein Labyrinth. Ein breiter Weg lädt mich ein, einzutreten.

 

Vielleicht habe ich Angst, weil ich mit dem „Labyrinth“ den Begriff des Irrgartens verbinde, so wie  wie etwa im Gebäude des Königs Minos von Knossós auf Kreta. Aus dessen verschlungenen Gängen fand niemand heraus. So wurde man zum Opfer des gefährlichen Minotaurus. Mit Hilfe des Ariadnefadens konnte Theseus den Weg heraus finden. Dort ist das Labyrinth ein „Irrgarten“.

Unser Labyrinth aber führt zum Ziel.

 

Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst.

 

Heute ist unsere Bereitschaft gefragt, sich auf diesen Weg einzulassen. Das Aschenkreuz kann unsere Entscheidung „besiegeln“.

 

 

Wer fastet, will auch Ballast abwerfen, nicht nur körperliche Pfunde. Es gibt Vieles, das wir mit uns herumschleppen an schlechten Gewohnheiten. Heute ist der Tag, an dem wir auf Dinge verzichten können, damit sie unseren Weg nicht belasten.

Ich kann mir heute Konkretes vornehmen für die nächsten sechs Wochen.

 

Gott, ich habe Angst, ja zu sagen. Wohin wirst du mich führen?

Ich habe Angst, den längeren Strohhalm zu ziehen,

ich habe Angst, eine Blankounterschrift zu geben,

ich habe Angst vor dem Ja, das andere Ja nach sich zieht. Aber ich habe keinen Frieden.

Gott, du verfolgst mich, du umzingelst mich von allen Seiten. Ich suche den Lärm, denn ich fürchte sonst, dich zu hören, aber du schleichst dich in einem stillen Augenblick ein.

Aber ich habe Angst, dir die Hand zu geben, du behältst sie sonst in der deinen. Ich habe Angst, deinem Blick zu begegnen, denn du bist stärker als ich.

O Herr, ich habe Angst vor deinen Forderungen, aber wer kann dir widerstehen?

Damit dein Reich komme und nicht das meine, damit dein Wille geschehe und nicht der meine, hilf mir Ja zu sagen!

Michel Quoist

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