05. April 2007

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GRÜNDONNERSTAG

Wenn wir wirklich Christen sein wollen, muss, müsste diese Woche eine Zeit sein, in der wir in besonderer Weise teilnehmen an der Passion Jesu.

Karl Rahner

  • Ich will mir Zeit nehmen für den Impuls des heutigen Tages und komme an meinem Platz an.

  • Ich nehme eine mir bequeme Haltung ein, in der ich für einige Zeit gut verweilen kann.

  • Ich setze einen bewussten Anfang und spreche das Vorbereitungsgebet. (siehe auch Anleitung)

  • Leitfaden Bibelmeditation

Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.

Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.

Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?

Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.

Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.

Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.

Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.

Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?

Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.

Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.

Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Joh 13,3.15

Ein Tun, das in unserer „Ich-Gesellschaft“ völlig abwegig zu sein scheint. Der Vorteil des „Ego“ steht dort an erster Stelle. Was bringt mir das ein, was habe ich davon – so wird gefragt? Das größere Ganze eines Gemeinwesens wird nicht mehr gesehen. Erst recht nicht die Zukunft. Man sorgt sich um sich selbst und um die eigene Altersversorgung.

Eine „Ich-Gesellschaft“ kennt das Wort „Dienen“ nicht. Deshalb haben wir ganz schnell ein Ersatzwort geschaffen „Dienstleistung“. Dahinter verbirgt sich ein „Dienst“, den man bezahlen muss. „Dienen“, das nur solange anhält, wie der Euro rollt.

 

Bei Johannes Paul II. lese ich eine sehr schöne Deutung der Fußwaschung: (Sie) deutet alle Werke der Liebe und der Barmherzigkeit an, die die Jünger Christi im Lauf der ganzen Geschichte tun werden, um Gemeinschaft unter den Menschen wachsen zu lassen.

 

Das bedeutet: meine Liebe und Barmherzigkeit, die ich übe in der Familie, am Arbeitsplatz, im Ehrenamt oder wo auch immer, ist schon in dieser Fußwaschung des Herrn abgebildet ist. Der Herr geht mit mir in die Knie, wenn ich Liebe und Barmherzigkeit übe.

 


 

Die Lesungen der Liturgie

  • Ex 12,1-8.11-14  |  1 Kor 11,23-26 | Joh 13,1-15

 

Fresko im Hochchor des Bonner Münsters zum Gründonnerstag

Heute im Bonner Münster

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