01. April 2007

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Wenn wir wirklich Christen sein wollen, muss, müsste diese Woche eine Zeit sein, in der wir in besonderer Weise teilnehmen an der Passion Jesu.

Karl Rahner

Die Sonntage der Fastenzeit sind als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu vom Fasten ausgenommen. Heute darf ich „ausruhen“ auf unserem gemeinsamen geistlichen Weg.

 

 

  • Ich will mir Zeit nehmen für den Impuls des heutigen Tages und komme an meinem Platz an.

  • Ich nehme eine mir bequeme Haltung ein, in der ich für einige Zeit gut verweilen kann.

  • Ich setze einen bewussten Anfang und spreche das Vorbereitungsgebet. (siehe auch Anleitung)

  • Leitfaden Bibelmeditation

 

 

Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.

Als er in die Nähe von Betfage und Betanien kam, an den Berg, der Ölberg heißt, schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte: Geht in das Dorf, das vor uns liegt. Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr dort einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her!

Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr ihn los?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn.

Die beiden machten sich auf den Weg und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte. Als sie den jungen Esel losbanden, sagten die Leute, denen er gehörte: Warum bindet ihr den Esel los?

Sie antworteten: Der Herr braucht ihn. Dann führten sie ihn zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und halfen Jesus hinauf.

Während er dahinritt, breiteten die Jünger ihre Kleider auf der Straße aus. Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt, begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten.

Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!

Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu: Meister, bring deine Jünger zum Schweigen! Er erwiderte: Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien.

Lukas-Evangelium 19,28-40

 

Ich kann den Text betrachten, wie ich es in der Bibelmeditation schon praktiziert habe oder ich folge diesen Gedanken:

 

Heute feiern die Erinnerung an einen Weg im Leben Jesu:

In Betfage setzt sich Jesus auf einen Esel - Betfage, auf dem Scheitel des Ölbergs, von dort gibt es nur noch einen Weg - den Weg nach Jerusalem!

 

Das kennen wir auch aus unserem Leben:

es gibt nur noch einen Weg!

  • Ich musste das tun,

  • ich musste das so entscheiden

  • ich musste das sagen,

heißt es dann –

es gab nur noch den einen Weg.

 

 

Jesus geht diesen entscheidenden Weg nicht allein - er geht ihn mit seinen Jüngern, mit seinen Freunden:

Schwere Wege werden leichter, wenn wir sie in Solidarität gehen.

 

Heute feiern wir aber nicht die Solidarität der Menschen, den auf sie ist oft im Ernstfall kein Verlass ist, wie diese Woche noch zeigen wird, sondern die Solidarität des Gottessohnes.

Sein Weg nach Jerusalem war kein Spaziergang, nichts Leichtfüßiges nach dem Motto "Alles halb so schlimm". Es war ein Weg, der gegangen werden musste, wie so mancher Weg auch in unserem Leben!

Lukas schreibt wörtlich: Als er voran ritt –

An früherer Stelle hieß es einmal: Er nahm entschlossen seinen Weg.

 

Jesus reitet voran – d.h. er bestimmt die Richtung, er sieht auch als Erster, was auf ihn zukommt. Er ist nicht in all’ das hineingeschlittert. Er ist seinen Weg bewusst gegangen, „hinauf nach Jerusalem“, doch hinab zu den Menschen, wie es im Philipperbrief heißt.

 

Nach der Überlieferung des Lukas ist es nicht die Volksmenge, die Jesus bei diesem Weg zujubelt, sondern es sind die Jünger!

 

Der Einzug in Jerusalem ist bei ihm kein Massenereignis, gar ein Ergebnis von Massenhysterie. Das Lob der Jünger gerät zum Glaubensbekenntnis. Ihr Hosianna bildet den Schlusspunkt eines gemeinsamen Weges, ihr Hosianna bündelt die guten Erfahrungen, die sie mit Jesus gemacht haben, sie werden in ihrem Lobpreis auf dem Punkt gebracht.

 

Ich schaue auf die entscheidenden Wege meines Lebens – auf die Solidarität der Menschen, die ich erfahren oder vermisst habe.

Ich schaue auf meine guten Erfahrungen mit Gott – in welche Worte kann ich sie bündeln?

 


Die Lesungen der Liturgie

  • Mk 11,1-10 (Evangelium)

    Jes 50, 4-7 | Phil 2,6-11

    LK 22,14 - 23,56 (Passion)

 

Fresko im Hochchor des Bonner Münsters zum Palmsonntag

Heute im Bonner Münster

PALMSONNTAG

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