22. März 2007

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Donnerstag der

vierten Woche

Solo Dio basta | Gott allein genügt

Theresa von Avila

  • Ich will mir Zeit nehmen für den Impuls des heutigen Tages und komme an meinem Platz an.

  • Ich nehme eine mir bequeme Haltung ein, in der ich für einige Zeit gut verweilen kann.

  • Ich setze einen bewussten Anfang und spreche das Vorbereitungsgebet. (siehe auch Anleitung)

  • Leitfaden Bibelmeditation

 

 

Ich lese aus dem Johannes Evangelium:

Maria aber stand weinend außen am Grab. Wie sie dahin weinte, bückte sie sich ins Grab hinein. Und sie schaut zwei Engel, in Weiß dasitzend - einen beim Kopf und einen zu Füßen, wo der Leib Jesu gelegen. Und die sagen zu ihr: Frau, was weinst du? Sagt sie zu ihnen: Meinen Herrn haben sie weggeholt, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.  Sie sprach das und wandte sich zurück - da schaut sie: Jesus steht da. Sie wusste aber nicht, dass es Jesus war. Sagt Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Da sie wähnt, es sei der Gärtner, sagt sie zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sprich zu mir, wo du ihn hingelegt hast, damit ich selber ihn weghole. 16 Sagt Jesus zu ihr: Maria! Die wendet sich um und sagt hebräisch zu ihm: Rabbuni! Das heißt Lehrer ! Sagt Jesus zu ihr: Halt mich nicht fest! Denn noch bin ich nicht zum Vater aufgestiegen. Doch geh zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich steige auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria aus Magdala geht und kündet den Jüngern an: Ich habe den Herrn gesehen! Und das habe er zu ihr gesprochen.

Joh 20,11-18

 

Die Begegnung des Auferstandenen mit Maria von Magdala steht im Mittelpunkt:

Am Ostermorgen geht sie zum Grab. Sie gleicht der ruhelosen Geliebten, von der das Hohe Lied der Liebe erzählt "in der Nacht auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt; ihn suchte ich, doch ich fand ihn nicht. So will ich denn aufstehen, die Stadt zu durchstreifen; will auf Straßen und Plätzen den suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn, doch fand ich ihn nicht". (Hld 3,1 f.)

 

Eine Frau voller Sehnsucht.

Wohin geht meine Sehnsucht?

 

Sie weint, d.h. sie ist noch ganz auf den Tod hin bezogen. Selbst die Engel können dieses Gefangensein, dieses Gefesseltsein von der Vorstellung des Todes in ihr nicht beseitigen. Ihr Herz ist besessen von Todesschmerz. Es gibt solche Situationen, in denen mich keine Botschaft erreicht und sei sie noch so gut gemeint.

 

Sie wendet sich zurück, sieht Jesus, aber immer noch ist die Begegnung ganz von der Vergangenheit geprägt. Maria sucht keinen Lebenden, sie sucht immer noch einen Toten. Sie erkennt ihn nicht.

 

Es bedarf einer wirklichen Kehrtwendung. Dazu aber muss der Auferstandene die Initiative ergreifen. Er spricht sie an "Maria" und reißt sie damit heraus aus ihrem Gefesseltsein sein. Sie wendet sich um. Das ist mehr als nur eine Richtungsänderung. Das ist in der letzten Konsequenz die Abwendung vom Grab und auch die Abwendung vom Tod. Die Antwort "Rabbuni" zeigt, dass sie ihn erkannt hat.

 

Das ist Begegnung, wie sie tiefer nicht sein kann, das ist Einswerden, verbunden mit einer unerschütterlichen Gewissheit ihn, den die Seele liebt, gefunden zu haben.

  

ostermorgen

und dann
der magdalenische schrecken
am grab
das geöffnet und leer

fast unscheinbar
zwischen den hecken
lässt der gärtner
im gruss
sich entdecken

 

Kurt Marti, gott gerneklein. Gedichte, Stuttgart 1995.

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