Solo Dio basta | Gott allein genügt
Theresa von Avila
-
Ich will mir Zeit nehmen für den Impuls des
heutigen Tages und komme an meinem Platz an.
-
Ich nehme eine mir bequeme Haltung ein, in der
ich für einige Zeit gut verweilen kann.
-
Ich setze einen bewussten Anfang und spreche das
Vorbereitungsgebet. (siehe auch
Anleitung)
-
Leitfaden Bibelmeditation
|
Ich lese:
Gleich darauf forderte er seine Jünger auf, ins Boot
zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren. Er selbst
wollte inzwischen die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sich von
ihnen verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Spät am
Abend war das Boot mitten auf dem See, er aber war allein an Land. Und
er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten, denn sie hatten Gegenwind. In
der vierten Nachtwache ging er auf dem See zu ihnen hin, wollte aber an
ihnen vorübergehen. Als sie ihn über den See gehen sahen, meinten sie,
es sei ein Gespenst, und schrien auf. Alle sahen ihn und erschraken.
Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es;
fürchtet euch nicht! Dann stieg er zu ihnen ins Boot, und der Wind legte
sich.
Mk 6, 45-51a
Ich versuche, mit allen Sinnen diesen Text zu betrachten.
Die Bilder sprechen ihre eigene Sprache:
Der Gegenwind, die Mühe der Jünger, ihre Angst.
Ich sehe ähnliche Situationen in meinem Leben.
Jesus sieht wie die Jünger sich abmühen. Kann ich glauben,
dass er auch meine Mühen sieht?
Jesus geht über den See – unvorstellbar – Gegenstand vieler
Witze.
Ein Gespenst? - Was traue ich eigentlich Gott zu?
Er nähert sich dem Boot und spricht liebevoll mit den Jüngern
– kein Vorwurf, sondern fast schon ein werbendes „Habt Vertrauen!“
Vertrau meiner Gegenwart auch dort, wo die Wellen über dir
zusammenschlagen.
Vertrau, dass ich dort gegenwärtig bin, wo für dich alles
finster ist, wo nichts ist, worauf du dich verlassen kannst?
Vertrau, dass es keinen Ort gibt, in dem du durch meine Liebe
nicht umfangen bist - und sei es der Tod?
Jesus steigt in mein Lebensboot – der Sturm legt sich.
Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu
leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.
Alfred Delp SJ
Ein Schüler fragte den Baalschem: "Wie geht das zu, dass
einer, der an Gott hangt und sich ihm nah weiß, zuweilen eine
Unterbrechung und Entfernung erfährt?" Der Baalschem erklärte: "Wenn ein
Vater seinen kleinen Sohn will gehen lernen, stellt er ihn erst vor sich
hin und hält die eigenen Hände zu beiden Seiten ihm nah, dass er nicht
falle, und so geht der Knabe zwischen den Vaterhänden auf den Vater zu.
Sowie er aber an den Vater herankommt, rückt der um einiges ab und hält
die Hände weiter auseinander, und so fort, dass das Kind gehen lerne."
Martin Buber
|