11. März 2007

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Sonntag der

zweiten Woche

Die Sonntage der Fastenzeit sind als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu vom Fasten ausgenommen. Heute darf ich „ausruhen“ auf unserem gemeinsamen geistlichen Weg.

 

Die Beziehung des Menschen zu Gott braucht auch Zeiten des ausdrücklichen Gebetes, wo die Beziehung zum intensiven Dialog wird, der jede Dimension der Person mit einschließt. Der »Tag des Herrn« ist schlechthin der Tag dieser Beziehung, an dem der Mensch seinen Gesang zu Gott erhebt und so zur Stimme der gesamten Schöpfung wird.

Alles kommt von Gott! Der Tag des Herrn macht diesen Grundsatz ständig geltend.

Johannes Paul II.


 

Wenn ich heute die Gelegenheit habe, einen Spaziergang zu machen, kann ich mich dabei begleiten lassen vom Sonnengesang des hl. Franziskus, der alle Geschöpfe Bruder und Schwester genannt hat.

 

SONNENGESANG

 

Guter Herr, der Du auf Deiner Allmacht Höhe thronst,

Lass mit frommen, klaren Worten Lob Dir, Ruhm und Ehre künden!

Eigen sind sie Dir allein, Du Allerhöchster,

Und es ist kein Mensch so würdig, Deinen Namen nur zu nennen

 

Sei gepriesen und gelobt, mein Herr,

Mit der ganzen Kreatur, die Du erschaffen,

Und vor allem mit der edlen Herrin Schwester Sonne,

Denn im Zeichen ihrer Schönheit Steigt der volle Tag empor,

Lichterfüllt durch ihren Strahlenglanz:

Dein Symbol und Sinnbild, allerhöchster Herr!

 

Sei gepriesen und gelobt, mein Gott,

Durch die Sterne und den Bruder Mond,

Die als leuchtend klare Edelsteine Funkelnd

Deinen weiten Himmel zieren.

 

Sei gepriesen und gelobt, mein Gott,

Durch den Bruder Wind in Deiner Luft

Und durch Wolken, Sonnenschein und Wetter,

Die das Leben spenden und erhalten

Deiner ganzen Kreatur.

 

Sei gepriesen und gelobt, mein Gott,

Durch die sanfte Schwester Quelle,

Die in ihrer keuschen Demut

Uns auf edle Weise dient.

 

Sei gepriesen und gelobt,

mein Herr, Durch das Feuer, unsern Bruder,

Der die dunkle Nacht erleuchtet:

Schön und lieblich flammt der Schein,

Aber mächtig und gewaltig ist sein Wesen!

 

Sei gepriesen und gelobt, mein Herr,

Durch die Schwester, unsre Mutter Erde,

Die im bunten Blumenkleid

Uns aus ihrem reichen Schoße

Unerschöpflich Früchte schenkt.

 

Sei gelobt, mein Herr, durch jene Seelen,

Die um Deiner Liebe willen Schuld verzeihen.

Selig sind, die unerschütterlichen Friedens

Leid, Bedrängnis, Pein und Trübsal dulden:

Du, o Allerhöchster, krönst sie mit der Lebenskrone!

 

Sei gepriesen und gelobt, mein Herr,

Durch den Bruder, unsern ird'schen Tod,

Dem kein Mensch entfliehen kann.

Wehe denen, die in schweren Sünden sterben!

Selig aber jene, die ihr Ziel in Deinem Willen finden,

Denn sie brauchen keinen zweiten Tod zu fürchten 1

 

Preist und lobt den Herrn! Singt in reiner Demut

Ihm den großen Dankchoral!

Aus dem Italienischen von Xaver Schnieper (zitiert nach Mario von Galli, Gelebte Zukunft, Franz von Assisi, Luzern 1970)

 

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