22. Februar 2007

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Donnerstag nach Aschermittwoch

Heute beginnt unser gemeinsamer Weg.

In diesem Jahr möchten wir Sie einladen, täglich eine Viertelstunde einzuplanen, in denen Sie sich dem Impuls stellen, den wir Ihnen gerne per E-Mail übersenden oder Sie hier lesen können.

 

Überlegen Sie bitte:

Wann wäre die beste Zeit dafür? Unter der Woche? Am Samstag?

 

Es wäre gut, wenn es außer dieser täglichen „Übungs“-zeit auch während des Tages Gelegenheit gäbe, für ein paar Minuten nur, innezuhalten, sich auf den Tagesimpuls zu besinnen und ihn mit den verschiedenen Situationen zu konfrontieren.

Das kann überall geschehen: vor der Arbeit, in den Pausen, im Hörsaal vor Beginn der Vorlesung, zwischen zwei Telefongesprächen, oder auch in einer Kirche, die an meinem täglichen Weg liegt und an der ich sonst immer vorbeilaufe. Alles dient dazu, diese Wochen vor Ostern zu einer geistlichen Zeit zu machen!

 

Die Impulse brauchen nicht nur „meine Zeit“, sondern auch einen geeigneten Ort. Sie können nicht im „luftleeren“ Raum stattfinden, irgendwo zwischen Tür und Angel, sie wollen ver-ort-et sein. Deshalb ist die Frage nach der rechten Zeit auch verbunden mit dem rechten Ort.

Fragen Sie sich bitte, wo - in welchem Raum, an welchem Platz möchte ich in diesen Wochen dem Impuls nachgehen? Es soll ein Platz sein, wo Sie ungestört bei sich sein können. Wenn Sie die „Übung“ am Arbeitsplatz, vor dem Computer halten wollen, schalten Sie bitte alles aus, was Sie stören könnte (z.B. E-Mail-Benachrichtigung; Telefon).

 

Hilfreich ist es, den Platz zu gestalten,
z.B. durch einen Gegenstand, der Sie anspricht, bei dem ich verweilen möchte,... schauend, anschauend. Es kann ein Bild sein, eine Kerze, ein Gefäß...
 

 

Wenn Sie Zeit und Ort für sich geklärt haben, hier eine kleine Anregung für die Tage, an denen es Ihnen vielleicht nicht gelingt, dem Impuls zu folgen.

 

Zum Erzbischof von Petersburg kam eine ältere Dame: "Herr Erzbischof, ich habe jahrelang eine Stunde lang das Jesusgebet gebetet und habe dabei nie die Nähe Gottes erfahren. Dabei ist sie solchen Betern doch versprochen, oder nicht?"

Der Erzbischof, der sie und ihre Lebensumstände näher kannte, gab zur Antwort: "Liebe Frau, beten Sie ab heute das Jesusgebet nicht mehr. Ich rate Ihnen etwas anderes: Wenn Sie am Morgen Kaffee getrunken haben, räumen Sie Ihr Zimmer auf. Rücken Sie Ihren Lehnstuhl zurecht, so dass Sie in den Garten hinausschauen können. Und dann legen Sie Ihr Strickzeug bereit. Setzen Sie sich dann in den Lehnstuhl und schauen Sie im Zimmer umher. Freuen Sie sich daran, welch schönes Zimmer Sie haben. Dann schauen Sie in den Garten hinaus: alles blüht - freuen Sie sich darüber. Greifen Sie dann zum Strickzeug, und fangen Sie an zu stricken. Stricken Sie eine Viertelstunde lang vor Gott. Lassen Sie ihn dabei zuschauen. Mehr brauchen Sie nicht zu tun. Ja, ihn nur beim Stricken zuschauen lassen! Jeden Tag - eine Viertelstunde lang. "

 

Nach einem halben Jahr kommt sie wieder: "Herr, Erzbischof, ich danke ihnen. Was ich ein Leben lang vergebens versucht habe, habe ich nun gefunden: die Nähe Gottes.

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