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Da sprach der Herr zu Mose: Geh,
steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft
ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen
vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen
sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind
deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Weiter
sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches
Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie
verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen. Da versuchte Mose,
den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein
Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker
Hand aus Ägypten herausgeführt. (Ex 32,7-11)
Die religiöse Umkehr oder Bekehrung besteht in der
Entscheidung, Gott in allem den Vorrang zu geben. Sie bedeutet nicht, dass
man gleich zum Heiligen wird, aber sie beinhaltet die radikale
Entscheidung, Gott über alles zu stellen und sich ganz ihm zu unterstellen.
Es ist dies ein grundlegender und höchst bedeutsamer Wechsel des Horizonts.
Ich mache in meinem Leben ernst mit dem Vorrang Gottes […]. Diese religiöse
Umkehr oder Bekehrung drückt sich aus in einer ethischen Bekehrung, mit der
sie zuinnerst verknüpft ist. Sie besteht in der Option, nicht den Götzen zu
dienen, sich nicht zum Sklaven der alten heidnischen oder der immer
gegenwärtigen Götzen zu machen, wie sie das Geld, der Erfolg, die Macht oft
sind.
(Carlo Maria Martini. Mein spirituelles Wörterbuch.
Augsburg 1998.)
Ich lebe immer in der Gefahr, wie das Volk Israel den
leblosen Götzen mehr zu trauen als dem lebendigen Gott. Ich weiß, wer die
Götzen des Reichtums, der Macht und des Erfolgs verehrt, verliert die
Menschlichkeit.
Worin besteht meine Umkehr?
Solo Dio basta – Gott allein genügt.
(Theresia von Avila)
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