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Da rief Jesus sie zu sich und sagte:
Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen
ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei
euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. Denn auch der Menschensohn
ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein
Leben hinzugeben als Lösegeld für viele. (Mt 20, 25 ff.)
„Nehmen Sie Ihre Macht an und üben Sie sie aus. Sie ist ein
gutes Mittel, um Gutes zu tun. Sagen Sie ja zur Welt. Je mehr Macht Sie
haben, desto mehr haben Sie Verantwortung für das Gute. Üben Sie Ihre Macht
mit Mut und Vertrauen aus, mit Freude und Dank, aber auch mit Achtsamkeit
und Respekt, mit Sorge und Furcht. Nehmen Sie auch Ihre Ohnmacht an, in
Geduld und Demut, und akzeptieren Sie das Leiden, das aus ihr folgt. Tun
Sie, was nötig und möglich ist: nicht mehr – Sie würden sich und andere
überfordern –, aber auch nicht weniger – Sie würden Ihrer Verantwortung
nicht gerecht werden.“
(P. Stefan Kiechle SJ)
Nicht nur die Herrscher und die Mächtigen der Erde haben
Macht. Auch Eltern, Lehrer, Vorgesetzte, Menschen mit Mehr-Wissen und
Mehr-Können, usw. üben Macht aus.
Kritisch kann ich mich heute fragen: Habe ich Macht?
Missbrauche ich meine Macht? Oder übe ich Sie aus „mit Mut und Vertrauen
aus, mit Freude und Dank, mit Achtsamkeit und Respekt, mit Sorge und
Furcht“?
Freilich wissen wir, wie subtil die Macht mit ihrer Gier und
Lust und Leidenschaft in uns eindringt. Gerade weil sie im Grund auch zum
Guten dient, kann sie uns erst recht verführen.
(Karl Kardinal Lehmann)
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